Inhalt und Ablauf einer MPU hängen immer vom Untersuchungsanlass bzw. von der Fragestellung der Behörde ab. Es wird also immer so viel wie notwendig und so wenig wie möglich untersucht. Die MPU dauert durchschnittlich drei bis vier Stunden.
In der Regel umfasst die MPU bei der ias-Gruppe vier Teile:
- Informationen über den Ablauf und Fragebogen zur Person, zur Verkehrsbiografie und zum Untersuchungsanlass
- Verkehrsmedizinische Untersuchung
- Testung der psychophysischen Leistungsfähigkeit (z. B. Reaktion, Wahrnehmung, Konzentration)
- Verkehrspsychologisches Untersuchungsgespräch
Sie können sicher sein, dass Ihnen im Rahmen der Untersuchung nichts Unmögliches abverlangt wird. Im offenen Gespräch mit den ias-Gutachtern haben Sie Gelegenheit, alle Ihren Fall betreffenden Sachverhalte zu klären.
Am Tag der Untersuchung sollten Sie auf Folgendes achten:
- Erscheinen Sie pünktlich und ausgeruht.
- Sie dürfen vorher frühstücken.
- Bringen Sie einen gültigen Personalausweis/Reisepass mit.
- Sofern Sie ärztliche Untersuchungsbefunde vorlegen wollen, lassen Sie diese vorher von Ihrem Arzt abstempeln und unterschreiben.
- Bringen Sie auch ggf. Ihre Lese- und/oder Fernbrille mit.
- Wenn Sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind, rufen Sie vorher bei uns an, damit wir ggf. einen vereidigten Dolmetscher/Übersetzer für Sie organisieren können.
Was passiert beim medizinischen Teil der Untersuchung?
Hier geht es um einen allgemeinen körperlichen Check. Nach einem ärztlichen Untersuchungsgespräch werden Ihre Seh- und Hörorgane, der Blutdruck, die Reflexe, Körpergröße und -gewicht etc. geprüft. Je nach Fragestellung der Behörde wird z. B. speziell auf Befunde geachtet, die auf einen erhöhten Alkoholkonsum und/oder Drogenkonsum hinweisen könnten.
In jedem Fall ist es ratsam, evtl. vorhandene ärztliche Befunde, frühere Laborwerte oder Ähnliches (Achtung: immer mit Unterschrift des Arztes und abgestempelt!) mitzubringen bzw. vorzulegen. Mitgebrachte Laborwerte ersetzen aber nicht die Laboruntersuchung am Untersuchungstag.
Wie sehen die Leistungstests aus?
An einem computergesteuerten Testgerät werden z. B. Ihre Reaktionsfähigkeit, Ihr Wahrnehmungsvermögen, Ihre Konzentration geprüft, d. h. Fähigkeiten, die für eine sichere Verkehrsteilnahme wichtig sind. Hierbei geht es sowohl um die Genauigkeit wie auch um die Schnelligkeit Ihres Leistungsverhaltens.
Keine Sorge! Sie üben den jeweiligen Test jeweils, bevor die Testphase beginnt. Es wird also niemand ins kalte Wasser geworfen. Und es werden in der Regel auch keine „Super-Leistungen” verlangt.
Worum geht es im psychologischen Untersuchungsgespräch?
Ausgangspunkt des Gespräches mit dem psychologischen Gutachter sind üblicherweise die Umstände, die zu den Bedenken der Verkehrsbehörde führten und die offiziell noch verwertbar sind. Über den oder die Vorfälle im Straßenverkehr wird ausführlich gesprochen, d. h. über die Art der Auffälligkeit, die Gründe aus Ihrer Sicht, die daraus gezogenen Lehren und über Strategien zur Vermeidung zukünftiger ähnlicher Vorkommnisse.
Bei einer „Alkohol-Fragestellung” im Rahmen der MPU sollten Sie sich auf jeden Fall möglichst frühzeitig (am besten gleich nach der Verkehrsauffälligkeit) mit Ihrem bisherigen Umgang mit Alkohol auseinandergesetzt haben. Fachkundige Beratung (z. B. durch einen erfahrenen Verkehrspsychologen oder in einer Alkoholberatungsstelle) kann Sie dabei sehr gut unterstützen.
Für das psychologische Untersuchungsgespräch empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall: offen und ehrlich sein! Die Gutachter sollen ja schließlich für Sie bei der Verkehrsbehörde argumentieren. Und das können sie nur, wenn Sie sie dabei tatkräftig unterstützen!